Mit dem Interesse an den natürlichen Heilkräften der Pflanzen findet der überlieferte Brauch der Kräutersegnung auch wieder vermehrt Beachtung. Alte Schriften verzeichnen 77 Pflanzen, die in einen Würzwisch gehören. Die ersten neun Pflanzen der Liste sollten traditionsgemäß immer mit eingebunden werden: Königskerze, Rainfarn, Beifuß, Schafgarbe, Johanniskraut. Wilde Möhre, Bibernelle (Blutstropfen), Dost, Leinkraut.
Echtes Labkraut Ringelblume Spitzwegerich Wermut Wegwarte Odermenning Zinnkraut Goldrute Malve Thymian Wiesensalbei Weinraute Kamille Melisse Minze Hirtentäschel Blutwurz Wundklee Frauenmantel Erika Stiefmütterchen Nelkenwurz Estragon Boretsch Liebstöckel Weidenröschen Lavendel Eibisch Eisenkraut Getreide
Rosmarin Zwiebel Walnuss Ysop
Das ist nur eine Auswahl der Blumen und Kräuter, aber sie zeigt, dass die
Pflanzen weder dornig noch giftig sein dürfen.
Der Würzwisch wurde in manchen Gegenden an Weihnachten an die Stalltiere verfüttert. Oder bei Krankheit der Tiere als Heilmittel.
In unserem Ort wurde der Kräuterstrauß nach der Segnung am Tag des Festes Maria Himmelfahrt, das am 15. August gefeiert wird, auf den Dachboden gehängt. Man hätte ihn, wenn er nach einem Jahr durch den frischen ersetzt worden war, nie auf den Komposthaufen geworfen. Er wurde im Herdfeuer verbrannt. |
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